Einschleppen der "Pünktchenkrankheit" über Pflanzen

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    • Einschleppen der "Pünktchenkrankheit" über Pflanzen

      Hallo,

      ich habe vor 14 Tagen in Dortmund auf der Messe eine große Anubia gekauft und nach Behandlung mit Alaunlauge und gründlichen Spülen in ein Becken mit M. lacustris getan.

      Von gestern morgen bis gerade war ich auf Geschäftsreise und stelle beim Blick in das Becken fest, dass alle Tiere stark mit Ichthyophthiriose befallen sind. Gestern morgen war davon absolut noch gar nchts zu sehen. Ich habe direkt eine Temperatur und Salzbehandlung gestartet und hoffe, das geht gut.

      Was mich wundert, und daher komme ich zu diesem Beitrag, ich habe am Becken nichts geändert, es läuft total stabil, der letzte Teilwasserwechsel fand am Wochenende (mit temperierten Leitungswasser) statt (wie immer).

      Die Tiere sind seit dem Kauf bei einem IRG-Kollegen im Juni in dem Becken (alleine). Die Ichthyophthiriose kann also eigentlich nur über die Pflanze eingeschleppt (und durch das Alaunbad nicht eliminiert) sein. Hat das schon einmal jemand erlebt?

      Gruß

      Rüdiger
    • das habe ich auch gelesen

      Hallo,

      was Micha schreibt, dass habe ich auch gelesen. Nach meiner Meinung sind in den Regenbogenfische Erreger, die durch Stress ausbrechen, dazu zählen oft zu hohe pH-Werte (besonders beim praecox, deutlich zu erkennen, je höher der pH-Wert, Wassertemperatur und Leitfähigkeit desto > die Wahrscheinlichkeit für einen kurze Lebenserwartung. Da man das aber weiß, ist es für mich oft unverständlich, dass man dem Züchter die Schuld für das schnelle Sterben der Tiere gibt.
      Bei mir bekommen oft Regenbogenfische die ich von anderen Regenbogenfischzüchtern bekomme Pilzbefall so wie man das bei den Nothobranchiusarten kennt. Dann hilft nur noch schnelles Aufheizen und Salzbehandlung und die Hälfte kommt durch.
      Ich gehe davon aus, dass man sich durch das Einstzen von Fischen von unterschiedlichen Züchtern unterschiedliche Erreger einschleppt, aber das weiß man eigentlich und man muß entsprechend Vorkehrungen treffen.
    • Hallo zusammen

      Nach meiner Meinung sind in den Regenbogenfische Erreger, die durch Stress ausbrechen,


      Das sehe ich auch so, warum sollte es bei den Fischen anders sein, als bei uns Menschen. Wir haben schließlich auch immer Erreger im Körper, meistens schafft es aber das Imunsystem diese in Schach zu halten.
      So haben 50% aller Menschen Herpes Erreger in sich, aber bei nur wenigen bricht die Krankheit aus. Hier im speziellen ist es oft ein Ekelgefühl, welches die "Veränderung" ausmacht.
      Ebenso kommen wir so gut wie immer mit anderen Erregern in Kontakt, aber nur wenn wir anderweitig geschwächt sind z.B. durch Stress (wie bei unseren RBFs) werden wir krank.

      Gruß Carsten
    • Es gibt viele Artikel in Aquarienzeitschriften über Ichthyophthirius. Meiner Meinung nach einer der besten wie auch umfassendsten Beiträge (sieht man von veterinär-medizinischen Fachpublikationen einmal ab) ist aber in einer Kundenzeitschrift der Firma Skretting erschienen. Skretting ist ein weltweit tätiger Futterproduzent für die Aquakultur. Leider ist diese Kundenzeitschrift für Nichtkunden nicht ausdruckbar, aber als pdf zumindest im Internet nachzulesen. Die Beiträge in diesen Heften sind zwar sehr wissenschaftlich, aber dennoch oftmals auch für Aquarianer lesenswert.

      Sämtliche Kundenmagazine von Skretting sind nachlesbar unter skrettingnwe.com/internet/Skre…74B3003EACBA!OpenDocument

      Der angesprochene Beitrag über Ichthyophthirius ist in der Ausgabe 13 ( Frühling 2008 ) erschienen. Ichthyophthirius ist als Lebewesen betrachtet eigentlich extrem interessant, fast schon ein lohnenswerter Aquarienbewohner....naja, wenn wir von den negativen Folgen mal absehen.

      The post was edited 1 time, last by gunnar ().

    • Hallo,

      also außer dem Einsetzen der Pflanze hat sich nichts geändert, kann eigentlich nicht so viel Stress gewesen sein. Da kann man aber natürlich in der Tat nur spekulieren.

      Leider sind inzwischen 6 Tiere eingegangen und er befall der anderen Tiere hat sich rasant verstärkt. Habe nun ein Medikament eingesetzt (JBL PUNKTOL ULTRA)

      Gruß

      Rüdiger
    • Medikamente für Regenbogenfische

      Hallo Rüdiger,

      ich vermeide den Einsatz von Medikamenten, wenn mal ein Regenbogenfisch oder auch mehrere erkranken, weil ich festgestellt habe, dass meistens bei Regenbogenfischen Medikamente nicht viel bringen. Es kostet einiges an Geld und der Erfolg ist meistens mäßig!

      Ich setze Medikamente, wenn nur bei Wurmerkrankungen ein, falls ich mir mal was eingeschleppt habe, wie zum Beispiel Fräßkopfwürmer, Kiemenwürmer ect..

      Bei Regenbogenfischen die ich von anderen Züchtern bekomme, kann es vorkommen, dass sich ein weißlicher Belag auf den Schuppen bildet, hier hilft oft der Einsatz von Esha 2000. Weitere Maßnahmen falls keine Besserung eintritt sind Wasserwechsel, Salzzugabe, Wassertemp.-erhöhung auf 30 - 32°C. Mehr mache ich nicht mehr!

      Medikamentenbehandlung bringt nach meiner Meinung gar nichts bei:

      1.) Geschwürbildung
      2.) Aufquellen des Regenbogenfisches
      3.) Schwarze Körperstellen
      4.) Starke Verpilzung
      5.) Weißen Kot in Fäden
      6.) Schnellatmung und anschließendem absondern (Regenbogenfisch steht in der Ecke)
      7.) Es gibt bestimmt noch einige Punkte die ich vergessen habe, aber bei den sechs Punkten die ich aufgezählt habe spart Euch das Geld für Medis.

      Der Einsatz einer UVC-Lampe ist bei der Haltung von Regenbogenfischen sinnvoll, aber nur bei der Haltung und nicht bei der Zucht.

      Da man aber als Züchter mehr als ein Aquarium hat, setze ich diese auch nicht mehr ein, aber wer ein Schauaquarium im Wohnzimmer hat, dem rate ich einfach die Verwendung einer UVC-Lampe.

      Das sind meine Erfahrungen, die ich im Laufe der vier Jahre bei der Haltung von Regenbogenfischen gemacht habe. Jeder sollte es für sich entscheiden was er macht.

      Meine kurze Erfahrung hat auch gezeigt, dass der Regenbogenfisch manchmal auch sehr undankbar sein kann, aber dann im nächsten Augenblick mit seiner Farbenpracht und Balzverhalten für alles entschädigt.
    • Hallo miteinander,

      also das mit dem mäßigen Erfolg bei Behandlungsversuchen kann ich leider aus eigenen Erfahrungen bestätigen (wenn auch nicht bei Regenbogenfischen). Das mit den Erregern/Keimen ist eigentlich leicht zu verstehen (und schwer zu behandlen). Fisch A hat in seinem Biotop (sprich Becken A) seine ihm bekannten Erreger/Keime mit denen er klar kommt und er gesund ist. Bei Fisch B in Becken B ist das auch so obwohl er mal angenommen ganz andere Erregern/Keime "kennt". Setzt man nun beide Fische zusammen (oder auch nur Wasser vom anderen Becken) muss Fisch A mit den Erreger/Keime von Fisch/Wasser B klar kommen und umgekehrt. Da er die Erreger/Keime nicht kennt kann dies zu verschiedenen Szenarien führen: Fisch A stirbt komplett aus weil er sich nicht schnell genug anpassen kann. Fisch A überlebt komplett weil er sich drauf rechtzeitig drauf einstellen kann. Oder eben ein Teil kommt durch. Für Fisch B sieht es genauso aus. Es sind Fälle bekannt bei denen alle Fische in so einem Fall verstorben sind. Häufiger kommt wohl heutzutage vor dass neue Fische vom Züchter, die noch relativ steril gehalten wurden, mit den Erregern/Keimen vom vorhandenen Becken nicht klar kommen und sterben. Eigentlich logisch, denn man muss mal bedenken was man seinem Becken bislang "angetan" hat. Pflanze A von Züchter A, Pflanze B von Züchter B, Fisch A von Züchter A und Fisch B von Züchter B. An diesen einfachen Beispiel wird bereits klar das man im Becken mindestens 4 Erreger/Keimpopulationen hat. Mit denen muss eben jeder Neuzugang erst mal klar kommen.
      Alles noch detaillierter hier nachzulesen. Weswegen ich für meinen Teil nur noch diese Quarantäne mache. Zugegeben aufwändig - bei mir aber notwendig wie meine letzten Verluste von Amanogarnelen und roten Neons unschön beweisen (hatten Null äußere Merkmale und starben nach und nach).

      @Gerd: Du schreibst Medikamentenbehandlung bringt nichts bei ... 1) .. 7) -> Für die Medis die man so im Zoofachgeschäft kaufen kann würde ich Dir recht geben, aber es gibt ja auch noch tierärztlich zu verordnende Medis die schon mehr Erfolg versprechen und zudem oft billiger sind. Nur mal so an Panacur (Fenbendazol) erinnert das ja nicht nur gegen Planarien hilft sondern natürlich auch gegen sonstige Würmer an Fischen.

      Gruß Edi

      The post was edited 3 times, last by edikwald ().

    • UV-C in der Quarantäne

      Moin,

      müsste nicht der (zeitlich begrenzte) unterstützende Einsatz einer UV-C Lampe in der Quarantäne bzw beim Umsetzen von Fischen sinnvoll sein (= Keimreduzierung im Wasser für die Zeit der Anpassung des Immunsystems, kürzere Quarantäne, ...)? Ob Ralf Rombach das in seinem Artikel nur vergessen hat? Wendet jemand UV-C speziell für die Quarantäne bzw. Eingewöhnung an?
      Grüße,
      Dirk
    • @ Dirk: Eines vorweg: Ich gebe zu, dass ich von UV-Behandlung wenig bis nichts halte, entweder ist die Keimbelastung im Aquarium im erträglichen Bereich (dann kommt das Immunsystem der Fische damit zurecht), oder sie ist zu hoch (dann stimmt was im Aquarium nicht). Klar kann UV-Behandlung den Keimdruck reduzieren, aber die Frage ist doch, wieso ist er so hoch ? Aber das nur vorweg, quasi als Eingeständnis einer gewissen Parteilichkeit...

      Speziell gegen Ichthyphthirius im oben genannten Fall dürfte UV-Behandlung herzlich wenig bringen, denn die Erreger wurden ja (anscheinend) mit einer Pflanze eingeschleppt, waren also sessil. Die daraus entstehenden Schwärmer befallen Fische direkt und gezielt, ohne lange im freien Wasser zu sein. Von daher dürfte auch der Einsatz von UV nur einen geringen Teil der Schwärmer erfassen, nämlich die, die eben durch den Wasserstrom gerade in den UV-Bypass gelangen. Abgesehen davon, dass speziell dieser Erreger immer irgendwo im Aquarium und an den Fischen "schlummert" und deshalb de facto nie komplett zu eliminieren sein dürfte.
    • Hallo,

      ich mache bei allen Fischen eine Quarantäne, in diesem Fall hatten die Tiere seit dem Kauf im Juni ihre Heimat ganz allein in einem 128L-Becken. Da waren aber vorher andere Tiere drin. Allerdings hatte ich da eine Wärme-Salz-Behandlung ohne Besatz gemacht.

      Am Ende steht halt leider die Erkenntnis, das man im Zweifelsfall manchmal machtlos ist.... Schade!

      Gruß

      Rüdiger
    • Hallo Rüdiger,

      Quarantäne wie in meinen obigen Links machen, zunächst möglichst "steril", also ohne Kontakt zu vorhandenen Fischen Wasser Gegenständen etc. Du hast leider in etwa den gleichen üblen Stand keimmäßig wie ich, da bleibt eben nur noch diese Möglichkeit ...
      Keinesfalls Filterbakterien übertragen, notfalls Nitritpeak aussitzen (also gut beobachten und rechtzeitig geg. gegensteuern).

      Gruß Edi
    • @Gunnar: Du hast für diesen Fall Recht, ich hatte mich aber nur allgemein auf die Quarantäneproblematik/Massensterben bezogen, denn der Thread war dahingehend abgedriftet, und nicht auf den speziellen Fall "Pünktchenkrankheit".

      Also nochmal: Wenn es richtig ist, das oft unterschiedliche Bakterienstämme die Hauptproblematik beim Umsetzen/Zusammensetzen von neuen Fischen ist, und die von Ralf Rombach empfohlene Quarantäneprozedur zur Anpassung des Immunsystems an die neuen Keime durchgeführt werden sollte, bzw. ein Umsetzen in möglichst keimfreies Wasser als Sofortmassnahme empfohlen wird, dann müsste doch der Einsatz von UV-C für diesen Zweck förderlich sein? Mir geht es nur darum, ob in dieser Argumentationskette ein Fehler ist oder ob sie richtig ist. (Sorry, Rüdiger, hat nichts mit der Problematik im Startposting zu tun.) Ich setze UV-C übrigens bisher nicht ein, bin ich in der Frage nicht parteiisch sondern völlig unvoreingenommen offen.

      Warum ist der Keimdruck zu hoch? Ich habe mal gelesen, das der Keimdruck in praktisch jedem Aquarium deutlich über dem in der Natur liegen soll. Das klingt plausibel (ohne es getestet zu haben): Weil auch ein 300L-Aquarium mit nur einem Fisch besetzt im Vergleich mit der Natur hoffnungslos überbelegt ist und weil es unmöglich ist den Wasserwechsel etc. in einem Ausmaß wie z.B. in einem Fluss durchzuführen.
      Grüße,
      Dirk
    • Hi,

      auch wenn die Antwort etwas spät kommt, hoffe ich das sie nachfolgenden Lesern hilfreich sein kann.

      Die Pünktchenkrankheit durchläuft verschiedene Stadien. Dazu gehört das Stadium in dem der Parasit auf dem Fisch sitzt und wächst. Am Anfang dieses Stadium kann man ihn auf Grund der Größe auch auf dem Fisch noch nicht erkennen. Wenn der Parasit allerdings gewachsen ist, dann erkennst du die klassischen Pünktchen, die der Pünktchenkrankheit den Namen geben.

      Danach fällt der Parasit als Zyste ab und schwebt durchs Wasser und fällt auf die Einrichtungsgegenstände. Da fällt er natürlich auch auf Pflanzen und kann somit durch Pflanzen übertragen werden.

      Die Zysten brechen nach einigen Tagen auf und es kommen tausende von Schwärmern heraus. Diese Schwärmer treiben durch das Wasser und befallen neue Fische. Der Kreislauf beginnt von vorn. Die meisten Medikamente gegen die Pünktchenkrankheit helfen nur gegen die Schwärmer, deshalb müssen die Medikamente relativ lange verabreicht werden. Bis der Parasit in dieses Stadium gekommen ist.

      Die Geschwindigkeit in der der Zyklus abläuft ist temperaturabhängig. Deshalb glauben viele Aquarianer, dass sie mit Temperaturerhöhung die Krankheit behandeln können. Was da allerdings passiert ist, dass sie den Kreislauf damit einfach beschleunigen und somit erstmal sehr schnell alle sichtbaren Pünktchen in Zysten verwandeln. Die kommen dann allerdings um so schneller wieder.

      Der Kreislauf ist in dem folgende Video sehr gut erklärt: Video Pünktchenkrankheit

      Der UVC Klärer hilft definitiv die Krankheit einzudämmen. Ich bin allerdings skeptisch ob er zur Behandlung taugt, da er ja nur die Schwärmer tötet, die ihn durchfließen.

      Theoretisch kannst du die Pflanzen einfach mit einem Medikament behandeln. Du kannst, wenn du den Prozess beschleunigen willst die Temperatur erhöhen, allerdings würde ich das nie machen, wenn Fische im Aquarium sind. Ich rede hier von einer reinen Pflanzen-Quarantäne. Dann durchlaufen die Parasiten wieder alle Stadien und werden abgetötet.

      Die Zysten sind sehr stabil und ich bin mir nicht sicher ob eine Desinfektion der Pflanzen ausreichen würde um diese abzutöten.

      Schöne Grüße

      Andy