Gewässernamen

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    • Gewässernamen

      Liebe Freunde,

      ich möchte hier eine Diskussion eröffnen bzw. einen Vorschlag unterbreiten, wie wir künftig im Regenbogenfisch aber auch sonst im Gespräch die Fundorte und Lebensräume unserer Fische benennen sollten. Mir ist aufgefallen, dass da einiges durcheinandergeht und einige Fischarten mit Fundortnamen belegt sind, die eigentlich unsinnig sind.

      Die von uns gepflegten Arten, ob nun wissenschaftlich beschrieben und zusätzlich noch mit Funortangabe versehen oder eben wissenschaftlich unbeschrieben und somit sinnvollerweise als .... sp. "Fundortangabe" bezeichnet, kommen aus Ländern mit unterschiedlichen Amtssprachen. Wenn nun ein Fisch aus bspw. Australien stammt, so macht es durchaus Sinn, die Art mit ".... Creek" oder "... River" zu bezeichnen. In Indonesien spricht dagegen kein Mensch Englisch, sondern Baharsa, eine Kunstsprache. Dem Malaiischen entnommen sind folgende Gewässerbezeichnungen:

      See = Danau

      Fluss = Sungai

      Bach = Kali

      Ich schlage vor, dass wir jene Arten aus dem indonesischen Raum mit diesen Bezeichnungen versehen. Also z.B. Melanoatenia sp. "Sungai Sembra" oder nur "Sembra", aber nicht "Sembra Creek". Bei uns sagt ja auch keiner Rio Rhein oder Elbe river.

      Gleichzeitig hätte diese Vorgehensweise den Vorteil, dass wir auf den ersten Blick sehen, aus welchem Land die Art stammt. Das ist bei den vielen neuen Arten, die momentan aus Neuguinea kommen, doch sicherlich hilfreich.Man könnte das noch ausweiten und auch, wie hin und wieder geschehen, Ortsnamen "indonesisieren", also beispielsweise Melanotaenia sp. "Desa Suswa" anstatt "M. sp. "Suswa Village" oder auch Melanoatenia "Desa Dekai" statt "Dekai Village". Desa ist das Baharsawort für Dorf.

      Im Regenbogenfisch als unserem Sprachrohr sollten wir so verfahren. Ich mache das bei der Amazonas genauso und nehme immer die jeweils landestypischen Bezeichnungen in Englisch, Baharsa, Spanisch, Portugiesisch, watweissich.

      Ich poste das hier, um eine Diskussion zu ermöglichen und bin gespannt auf Eure Meinungen. Sollten wir zu einer Einigung gelangen, so schreibe ich das gern auch als Erläuterung für den Regenbogenfisch. Was meint Ihr denn dazu als Forenuser, Redakteure, Leser und Regenbogenfischfreunde (und die Grundelfreunde seien auch erwähnt, um Ärger zu vermeiden ^^ )

      Viele Grüße

      Hans
    • Moin Hans,

      ich persönlich (auch in der Funktion als Redakteur) fände das grundsätzlich richtig, durchgehend die Ortsnamen in der Landessprache zu verwenden. Die paar ind. Worte für Fluss, Bach und Dorf kann man sich ja bald merken. Ein Artikel zum Thema im Regenbogenfisch wäre aus meiner Sicht jedenfalls willkommen! :thumbup: Müssten sich vor allem die Entdecker und (Hobby-)Importeure daran halten und gleich den "richtigen" Namen vergeben. ;)

      Ist natürlich nicht einfach, wenn z.B. schon Orte aufgrund früherer (aus Kolonialzeiten etc.) Karten, Expeditionen etc. schon mit bestimmten ("ausländischen") Namen bekannt/belegt sind. Und nimmt man die Namen, die die lokalen Ureinwohner verwenden, oder die die die zugewanderten Indonesier verwenden (oder sind die immer identisch?)

      Konkrete Frage zum aktuellen Artikel: der Danau Uther (in dem Du M. boesemani gefangen hast) ist doch der Lake Aitinjo, so wurde er in bisherigen Veröffentlichungen bezeichnet?
      Grüße,
      Dirk
    • Danau Uther

      Hallo Dirk,

      danke für das schnelle Feedback.

      Alte Bezeichnungen basieren auf den Expeditionsberichten in zumeist englischsprachigen Gazetten wie dem Tropical Fish Hobbyist. Klar, dass da die englischen Bezeichnungen verwendet wurden. Analog dazu wäre das dann See, Fluss, Bach in deutschsprachigen Publikationen. Ich sehe keine zu großen Probleme, da die allermeisten älteren Fische mittlerweile eine wissenschaftliche Bezeichnung haben. Esst in jüngerer Zeit wurden durch Johannes Graf und Gary Lange, Heiko Bleher und durch mich und Jeffery Christian neue Arten eingeführt. Johannes hatte da die englischen Bezeichnungen gewählt, weil seine Mitreisenden Amerikaner sind und die "Expeditionssprache" eben Englisch war. Ich hoffe und denke, Johannes hat kein Problem damit, die Namen umzuändern. In Neuguinea gibt es Hunderte von Dialekten und eigenständigen Sprachen. In der Regel sprechen die Leute aber Baharsa und sagen ebenfalls Sungai, Danau und Kali, etc.. Das ist also kein Ding.

      Zu Melanotaenia boesemani. Hier hat es sich eingebürgert, die Bezeichnungen "Ayamaru/Ajamaru" und "Aitinjo" zu verwenden. Da lassen wir dann einfach weg, ob es sich um einen See oder ein Dorf handelt. Erstere Form stammt ohnehin nicht aus dem Ajamaru-See, sondern aus den vielen Zu- und Abflüssen, die allesamt anders heißen, aber durchaus einen Phänotyp repräsentieren (große, hellorangefarbene Form). Die zweitgenannte Form lebt im Danau Uther. Das Dorf am See nennt sich (Desa) Aitinjo. Ich war selbst ganz überrascht, als wir das vor Ort so von den Einheimischen mitgeteilt bekommen haben. Wenn wir weiterhin Melanotaenia boesemani "Aitinjo" sagen, ist das also okay.

      Dann haben wir noch die sowohl von Gilbert Maebe als auch von uns (Jeffrey Christian und mir) gefangenen M. boesemani aus dem Sungai Aves (sic!) und eine kleine Form aus dem Sungai Kromsa. Eine weitere Form aus dem Sungai Aves mit roten Streifen ist meines Wissens zwar gefunden worden, aber momentan aquaristisch nicht vorhanden (G. Maebe pers. Mitt.).

      Macht also vier Formen von Melanotaenia boesemani mit bekannten Fundorten. Freuet euch!

      VG Hans
    • Hallo Hans,
      guter Vorschlag, richtige Idee. Fundortbezeichnungen wie z.B. "carwash creek" sind zwar ganz lustig aber langfristig nicht sinnvoll. Zumal dort sicher, wenn nicht schon jetzt - dann demnächst, die Fische aussterben und wir dann die letzen dieser Arten in unseren Aquarien pflegen werden. Außerdem ist sind Bezeichnungen wie Sungai, Danau und Kali auch respektvoller dem Ursprungsland gegenüber.

      Falls sich die Situation an den Fundorten irgendwann wieder bessern sollte, könnten diese korrekt bezeichneten Fische ggf. bei Renaturierungsmaßnahmen wieder in ihren ursprünglichen Habitaten angesiedelt werden, ohne vorher Ahnenforschung in der aquaristischen Fachliteratur zu betreiben.

      Dafür :thumbsup:

      LG
      Silke
    • Hallo Hans, ich finde das richtig gut mit den Namen, denn wie du selbst schon im oberen Teil schreibst gibt es verschiedene Fundortvarianten von M. boesemani und (jede Art hat eventuell einen bestimmten Punkt von den sich der andere wieder Unterscheidet) und deshalb finde ich deinen Vorschlag sehr gut. Nehmen wir doch mal die Pseudomugil Arten unter anderen P. signifer und heute "singnatus". Und auch bei den Pseudomugilen gibt es wiederrum viele Fundortvarianten schaut euch allein die P. gerdrudae an was es heute alles gibt.
      Naja ich will mich einfach nur kurz fassen, ein guter vorschlag von Hans.
      Wir haben am kommenden Samstag Treffen und da werden sicherlich die ersten Diskussionen aufkommen, bin ja mal gespannt.

      Gruß Ralf
    • Moin Fischfreunde,

      grundsätzlich finde ich es auch korrekter die Landessprache und die dortigen Namen von Orten und Gewässern zu berücksichtigen. Nebenbei klingt es auch netter :)

      Bezeichnungen nach Ortsnamen sind manchmal zu ungenau, vielleicht sollte man noch eine Himmelsrichtung mit einbauen! In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen das Johannes (Homepage), die von Hans (2011) mitgebrachten Regenbogenfische als Melanotaenia ogilbyi "Timika" bezeichnet hat. Dies dürfte allerdings zu ungenau sein, da in diesem Fall wohl eher der Name des Gewässers sinnvoller wäre. In der Region um Timika es gibt es ja mehrere Flüsse und Bäche, aber eben nur ein Timika! Wenn der Name des Gewässers nicht bekannt ist, dann vielleicht Melanotaenia ogilbyi "Nord-Timika"

      Gruß
      Andi
    • Hallo!
      Ich gebe auch mal ein kurzes Feedback: Die Idee finde ich klasse, zum einen würde es das durcheinander ein bisschen ordnen und Verwechslungen minimieren, und zum anderen wie ja schon gesagt wurde auch die Heimat der Regenbogenfische etwas mehr würdigen. allerdings müsste man denke ich das ganze bei der Durchführung ein bisschen publik machen in der Vereinszeitschrift, im Forum und auf den Regionalgruppentreffen der IRG. Eine einfache Liste mit den Namensänderungen ( alter Name-neuer Name) zum nachschlagen wäre dabei vielleicht ganz hilfreich, damit alle auch wissen um welchen Fisch es sich handelt. Nicht dass dann einer denkt es sei eine neue Art und sich wundert, warum ihm die Fische irgendwie bekannt vorkommen oder so :P
      Aber im Prinzip eine gute Idee! Das Ganze in der IRG umzusetzen ist wahrscheinlich auch kein großes Problem. Aber wenn man das System den Händlern und Größhändlern usw beibringen will könnte es da vllt Probleme geben oder? Ich meine die verkaufen ihre Fische ja eh schon unter irgendwelchen Namen, die wissenschaftlich gar nicht existieren oder nicht üblich sind. Andererseits gibts eh nur ein paar Arten im Handel, bei denen auch klar sein sollte welcher Fisch das ist, ohne die neuen bezeichnungen zu kennen.
      Alles in allem Daumen hoch, gute Idee!

      Viele Grüße

      Korbi
      Ob ich Neons oder Guppys mag???...Ich nicht, aber meine Regenbogenfische haben sie zum fressen gern!!! :P

      Ein Regenbogenfisch am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen... :D

    • Hans Evers wrote:

      In Neuguinea gibt es Hunderte von Dialekten und eigenständigen Sprachen. In der Regel sprechen die Leute aber Baharsa und sagen ebenfalls Sungai, Danau und Kali, etc.. Das ist also kein Ding.
      ja klar, ich hatte eigentlich mehr an die Herausforderung der eigentlichen Namen der Orte gedacht, also dass evtl. die Bewohner von Dorf A den See Danau X nennen, die Bewohner von Dorf B denselben See Danau Y? sowas ähnliches soll es ja z.B. bzgl. eines Flusses auf Misool gegeben haben... Dto mit dem See Infanten...

      Bei uns gibt es überall Strassenschilder, aber obwohl ich noch nicht dort war, behaupte ich mal, das ist in West Papua nicht unbedingt der Fall?

      Viele Tümpel werden wohl auch bei den Einheimischen gar keinen Namen haben (und nur Teich oder Bach heissen?) Ich vermute mal der Carwash Creek hat vielleicht gar keinen Namen und wird ggfs. nur umschrieben. Falls er wirklich keinen Namen hat, macht es da Sinn Carwash Creek einfach nur auf Baharsa zu übersetzen?

      Anderes Beispiel: M. sp. affinis "Bonggo" wurde später umbenannt in M. spec. "Blue Hole", da das Wasserloch offensichtlich keinen Namen hat aber an der Strasse liegt die irgendwann in die Ortschaft Bonggo führt. Wahrscheinlich war aber kein anderer Ortsname greifbar der dichter dran liegt. Später hat man in Blue Hole umbenannt, weil das Wasser so schön blau war und weil man evtll. vermutet, das es nochmal Entdeckungen geben könnte, die näher an Bonggo liegen und der Name dann nicht schon belegt ist? Welches ist denn nun der bessere Name? Und hätte man eine spätere Umbenennung nicht von vornherein vermeiden können?

      Dto. Timika, wie benamst Du einen (auch bei den Anwohnern - falls es welche gibt - namenlosen) Bach an einer gerade im Bau befindlichen Strasse mitten im Dschungel korrekt? Timika als weitläufige Angabe wäre ausreichend, wenn man vermutet, das die Nachbarbäche auch alle denselben Fisch beheimaten, das ganze hat also auch eine Erfahrungs- bzw. Vermutungskomponente... die sich ja später als Irrtum herausstellen könnte... Oder man müsste durchnummerieren Timika sp. 1, Timika sp. 2, ... oder Koordinaten angeben, was aber im täglichen Gebrauch nicht händelbar ist.

      Also nochmal meine Meinung zusammengefasst: Einheimische Bezeichnung ja sicher, aber die richtige Fundort-Benennung ist der eigentliche Knackpunkt und sollte wohlüberlegt sein und obliegt in erster Linie dem Entdecker, insbesondere wenn keine unmittelbaren lokalen Ortsnamen greifbar sind.
      Grüße,
      Dirk
    • Hi
      Ich finde es auch sinnvoll die lokalen Bezeichnungen zu verwenden.
      Google handhabr es inzwischen auch so. Da kann man sich den Fundort zumindest aus der Luft selbst anschauen.
      Ich bearbeite grade eine alte Insektensammlung in einem Museum und eines der größten Probleme ist oft das Rekonstruieren der Fundorte. Nicht weil die Etiketten schlecht sind, sonder ein Teil alte Ortsnamen aus der Kolonialzeit verwendet, die oft nur über langwierige Recherche herauszufinden sind.
      Wichtig fände ich eine "Synonym-Liste" für die einzelnen Arten in der die verschiedenen Fundortbezeichnungen zusammengefasst sind.
      Falls es keinen ofiziellen Namen für ein Gewässer gibt und ein beschreibender Name, z.B. Carwash Creek" gewählt wird, dann währe es das einfachste die GPS Koordinaten anzugeben.
      Gruß Christoph
    • Eindeutige Bezeichnungen

      Hallo Leute,

      schön, dass es hier doch eine Diskussion gibt und so viele Leute gute Beiträge leisten.Wir sind ja mittlerweile relativ schnell zu einer generellen Diskussion gelangt, die über meine ursprüngliche Anregung doch deutlich hinausgeht. Das finde ich sehr gut!

      Mehrfach wurde hier das Beispiel Melanotaenia ogilbyi genannt. Diese Art hat einen wissenschaftlichen Namen. Sind die Tiere eindeutig bestimmt und ist der Phänotyp unverwechselbar, so kann ich mit der Bezeichnung durchaus leben und benötige keine weitere Erläuterung, wie z.B. "Timika". Es gibt nur den einen Fundort auf der neuen Strasse nach Nabire, wo alle Tiere gefangen wurden und noch immer für den Export gefangen werden. Sollten einmal Tiere mit abweichendem Phänotyp gefunden werden, die sich eindeutig M. ogilbyi zuordnen lassen, so kann man dann immer noch entscheiden, wie man sie nennt. Ich denke nur an die drei Formen von Melanoatenia praecox, die ich nun beim besten Willen nicht voneinander unterscheiden kann....

      Anders stellt es sich bei M. boesemani dar. Hier haben wir deutlich unterscheidbare Phänotypen, bei denen es absolut Sinn macht, auch zusätzliche Bezeichnungen zu verwenden. So halten wir die Stämme rein. Ist es dem Fänger vor Ort möglich, den Namen des Flusses oder Sees von den Einheimischen zu erfahren, dann sollte diese Bezeichnung verwendet werden. "Carwash Creek" oder "Blue Hole" ist mehr als unglücklich. Hier stimme ich Christoph zu, dass zusätzlich zu dieser Bezeichnung irgendwo - vorzugsweise im Regenbogenfisch - eine genauere Fundortangabe veröffentlicht wird. Ich nehme jedes Mal die GPS-Daten, mittlerweile macht das jede gute Kamera automatisch. Man könnte dann neben den Bildern der Fische auch ein Bild des Fundortes mit GPS-Koordinaten und Datum veröffentlichen.

      Bei neuen Arten plädiere ich für die Verwendung der Fundortnamen. Da wäre "Bonggo" auch weitaus sinnvoller gewesen als "Blue Hole". Hat man "Bonggo" erstmal irgendwie verortet, kann man viel leichter auf die Verbreitung schließen. Auch in Neuguinea laufen einem ständig Einheimische über den Weg. Das sollte man nutzen, denn die können einem zumindest sagen, welches Dorf in der Nähe ist, wenn das jeweilige Gewässer keinen Namen hat.

      In der DKG wird beispielsweise ein System verwendet, um Populationen eindeutig voneinander abzugrenzen. Das macht bei Killifischen auch Sinn, da diese enorm variabel innerhalb einer Art sind und schon 3km weiter eine völlig abweichende Farbform existieren kann. Man möge mich korrigieren, aber das kenne ich bei RGBF in der Form eben nicht. Deswegen halte ich eine solche Bezeichnung wie "Melanotaenia boesemani WP/EV/11/2013" auch für überzogen.

      Korbi: Wir können nur für uns und in Koordination mit den Freunden der ANGFA sprechen. Den Handel zu erziehen ist illusorisch, denn die geben nur die Namen wider, die sie von den Exporteuren bzw. Großhändlern bekommen. Wir können aber eindeutig arbeiten und unsere NZ somit mit vernünftigen Bezeichnungen abgeben. Das wirkt sich bei gut verkäuflichen Arten dann evtl. auch im Handel aus.

      Uff, viel geredet, hoffentlich nicht zu chaotisch?

      LG Hans
    • Hallo,
      Man könnte dann neben den Bildern der Fische auch ein Bild des Fundortes mit GPS-Koordinaten und Datum veröffentlichen.


      Wenn wir Peter bitten und ihn mit den entsprechenden Daten/ Bildern versorgen, müsste es vermutlich möglich sein diese Angaben mit in die IRG-Bestandslisten-Datenbank einzupflegen. Dort wäre dann alles an Informationen zusammen aufgelistet und alle können jederzeit auf die korrekten Bezeichnungen/ Koordinaten dort zugreifen.

      Als Idee einfach mal global gedacht zur Diskussion: Außerdem wäre es auch möglich unseren Regenbogenfischfreunden aus anderen Ländern, die nicht zwingend IRG-Mitglieder sein müssen, (z.B. Henny L. Ohee, Kardarus) den Zugriff zu gestatten. Damit könnten wir ein internationales Netz spannen und jeder kann sich einbringen um die Daten sinnvoll zu ergänzen.



      LG
      Silke
    • Hallo Silke,

      ich finde das ist eine sehr gute Idee! Wenn wir es schaffen, die Artbezeichnungen einheitlich zu gestalten und nach außen hin so zu präsentieren, wird es für viele Aquarianer sehr hilfreich sein und das Ansehen der IRG stärken.

      Fragt sich, wie das ablaufen soll. Es geht hier ja um Stammdatenpflege für eine feststehende Datei. Ich schlage vor, dass sich die Redaktion plus Vorstand kurz austauscht, um das abzusegnen. Leute wie Johannes Graf, Michael Wagner und andere, die bereits einige Fundorte selbst aufgesucht haben, könnten ja helfen, das möglichst wasserdicht zu machen. Ich würde meinen Bestand dann gleich so melden, um den Stammdatensatz um die von mir gefundenen Arten entsprechend zu erweitern. Bei allen anderen Arten bleibt es wie gehabt, bis mal einer eine weitere Art fängt und neue Daten hinzufügen kann.

      Im Regenbogenfisch könntet Ihr ja einen Aufruf starten, um auch noch jene Mitglieder zu aktivieren, die hier nicht mitlesen.

      VG Hans
    • IRG-Fischdatenbank / Aquarienstämme

      Technisch sollte das in der IRG-Fischdatenbank integrierbar sein (Synonymliste + Fundortkoordinaten), da kann Peter sicher zu Auskunft geben. Z.Z. werden "Synonyme" in den Datensätzen zwar schon erfasst, laufen aber noch nebeneinander, d.h. der Benutzer kann sich noch aussuchen, unter welcher Bezeichnung er seine Fische einträgt.

      Blick in die Fischarten-Verwaltung der Datenbank:
      IRG Fischbestand.jpg

      Es gibt aber noch eine Facette, die über die Diskussion der reinen Fundortangabenproblematik hinausgeht:
      Ein bischen Bauschmerzen habe ich bei dem Gedanken die Aquarienpopulationen (soweit vorhanden) von eigentlich in Natura identischen Fischen in einen Topf zu schmeissen. Denn gerade für Züchter wäre es interessant auf einen Blick zu sehen aus welcher Quelle die Tiere letztlich kommen? (Beispiel M. praecox, G. incisus ..., Stämme die nicht eindeutige Herkunft haben und vielleicht sogar hybridisiert sind)? Die Aquarienstämme sind ja bisher in gewisser Weise durch die "individuelle" Namensgebung erkennbar... oder ist das zu speziell? (In einer der nächsten Ausgaben des Regenbogenfisch wird es beispielsweise eine Diskussion über die verschiedenen Stämme G. incisus/pseudoincisus bei uns im Hobby geben, und welcher der "richtige" ist - schlecht wenn die in der Datenbank ununterscheidbar alle im Einheitsbrei untergehen?)
      Grüße,
      Dirk
    • Moin Dirk,

      von mir aus können wir das doch weiterführen. Wir können alle Stämme voneinander unterscheidbar machen, ob nun durch genauen Fundort oder eben Zuchtstamm-Bezeichnung.Dann ist allen geholfen, auch jenen, die es gern sehr genau haben. Jenen Freunden, denen das nicht so wichtig ist, kann man ohnehin nicht verübeln, dass ihnen das nicht so wichtig ist. Anbieten können wir es ja. Auf die Glossolepisdiskussion bin ich schon sehr gespannt.

      Wie geht es jetzt weiter? Würde mich sehr über die Meinung weiterer Freunde freuen. Oder machen wir es, wie Dirk vorgeschlagen hat?

      Viele Grüße

      Hans
    • Hallo alle zusammen,

      das ist eine sehr interessante Diskussion. Es ist eine gute Idee, die Fundortbezeichnungen in der Landessprache abzufassen. Was die Amerikaner und Australier davon halten, muss sich noch zeigen :-)). Vor Ort gibt es eigentlich immer einen lokalen Namen für ein Gewässer, wenn man Einheimische fragt. Ausnahmen bestätigen die Regel - siehe unten.

      Der Hinweis von Dirk auf Aquarienpopulationen bzw. Stämme unbekannter Herkunft ist berechtigt. Aber dafür lässt sich sicher auch in einer zukünftigen Nomenklatur eine Lösung finden - oder wir behalten in diesen Fällen die alten Namen bei.

      Außerdem brauchen wir eine Referenzliste, in der die neuen Namen den bislang verwendeten (und Synonymen) gegenüber gestellt werden. Dort sollten auch die GPS-Daten und evtl. weitere Informationen abgelegt werden. Es wäre schön, wenn diese Referenzliste in unserer Artendatenbank entstehen könnte.

      Der Name von M. affinis "Bonggo" ist damals entstanden, weil die erste Information zum Fundort lautete, dass dieser an der Strasse nach Bonggo (einer Ortschaft an der Nordküste) liegt. Erst zwei Jahre später waren wir selbst am Fundort und stellten fest, dass es gar nicht die Strasse nach Bonggo ist, sondern nach Demta. Weil der Fundort mit seinem blauen Wasser so markant aussieht ("blauer Bach" heißt auf indonesisch "Kali Biru"), es aber schon einen anderen Fundort und eine Chilatherina mit diesem Namen gibt, haben wir dann "Blue Hole" gewählt. Blöderweise war damals kein Einheimischer anzutreffen, den wir nach einem lokalen Namen hätten fragen können.

      Zu "Carwash Creek": es gibt einen lokalen Namen für diesen Fluss. Den habe ich auch schon mal veröffentlicht. Er lautet "Jembatan Dua". Das heißt "zweite Brücke". Es ist nämlich die zweite Brücke, wenn man von Sentani nach Jayapura fährt. Für die von dort stammende Chilatherina sentaniensis ist aber kein Namenszusatz erforderlich, denn das ist der einzige (und inzwischen erloschene) Fundort.

      Übrigens heißt es "Bahasa" Indonesia, nicht "Baharsa".

      Also: gute Idee, sollte weiterverfolgt werden!

      Gruß Johannes
    • Hallo zusammen,

      ich finde es ganz toll, dass durch diese Anregung zur Namensdiskussion von Hans endlich einmal Bewegung in den Bezeichungsdschungel kommt. Die territorialen Namen zu verwenden ist super, denn dies ermöglicht u. a. die Zuordnug nach geografischer Herkunft. Besonders markant wird es zum Beispiel bei den Trifasciata-Arten und Blauaugen, welche sowohl in Australien als auch auf Neuguinea zu finden sind. Man braucht sich dadurch nicht erst durch die Topologien kämpfen, sondern hätte dann sofort den richtigen Anhaltspunkt. Die GPS-Daten mit einzubeziehen, ist aus meiner Sicht zwingend erforderlich, um Fehlerhafte Erstzuordnungen später korrigieren zu können - siehe die Story von Johannes mit der Strasse-Ort-Zuordnung.
      Ansonsten sind viel sehr gute Anrregungen bislang zu diesem Thema gemacht worden und dies sollte auch mit dem nötigen Nachdruck konsequent durchgezogen werden, um somit für alle Liebhaber dieser Fische eine einheitliche Sprachgestaltung zu ermöglichen.

      Gruß Harald
    • Moin,

      bisher gibt es hier ja nur positive Stimmen zu Hans Vorschlag (ggfs. mit den diversen von anderen vorgeschlagenen Erweiterungen), das wird nochmal mit der Vereinsführung abgestimmt - Harro unterstützt das jedenfalls auch.

      Hans Evers wrote:

      Sollten wir zu einer Einigung gelangen, so schreibe ich das gern auch als Erläuterung für den Regenbogenfisch.
      dankeschön, ist abgespeichert! ;)

      Einheitlich Umsetzen lässt sich das, wenn die Leitung dieses Forums, der Fischdatenbank und die Redaktion des Regenbogenfisch ein Auge darauf werfen. ;) danach kann man ja noch versuchen die Freunde der ANGFA u.a. davon zu überzeugen.

      Also:
      1. Fische von Fundorten auf Indonesischem Gebiet: Bahasa
      2. Fische von Fundorten auf Australischem Gebiet: Englisch
      3. Fische von Fundorten auf Papua-Neuguineischem Gebiet: Englisch (Englisch ist hier auch Amtssprache, Tok Pisin ist zwar weitere Amtssprache, spielt aber nur eine Nebenrolle soweit ich das beurteilen kann)


      Ausserdem eine Referenzliste mit präz. Fundortname (einheimisch) + möglichst GPS + alten Namen/Synonymen, am besten in der Fischdatenbank integriert
      Grüße,
      Dirk
    • Zusammenfassung für den Regenbogenfisch

      Hallo Dirk,

      genau so!

      Wenn Ihr mir das Okay von seiten der Vereinsleitung gebt, so werde ich da eine Zusammenfassung für den Regenbogenfisch schreiben. Allerdings solltet Ihr dann eine Erläuterung zur Referenzliste anfügen, denn das versteht Ihr besser als ich. Gib mir also per PN oder wie auch immer Bescheid und ich schreib das auf. Und zwar anhand einiger Beispiele aus diesem Thread, um es zu veranschaulichen.

      Danach müsste dann die Artenliste entsprechend abgeändert werden (Freiwillige vor !) und die Herren (und Damen?) Reisenden sollten die Angaben für die Referenzliste beisteuern. Das sollte ebenfalls von der/n Person/en koordiniert werden, die die Artenliste abändert/n. Darf ich da Peter und Dirk als Team vorschlagen, ohne erschlagen zu werden?

      VG Hans
    • Fischartenpflege in der Bestandsdatenbank

      Hallo an alle

      Ich versuche mal, ein paar Aspekte in Bezug auf die Bestandsliste aufzugreifen. Es geht mir einerseits darum, euch Engagierten zu zeigen, wie wir es heute handhaben, und andererseits die zukünftigen Möglichkeiten zu skizzieren.

      Heute ist es so, dass die Fischarten etwa einmal jährlich, im Zeitraum der JHV, durchgekämmt und überarbeitet werden. Dem Johannes schicke ich die Excelliste ab Datenbank (im Anhang ist eine aktuelle Version von heute) und er teilt mir dann mit, ob es Namenskorrekturen gibt, ob Synonyme vorhanden sind, ob man Arten zusammenführen kann usw. Mit diesen Angaben aktualisiere ich die Fischartenliste (=Stammdaten). Es ist heute auch so, dass man einzelne Fischarten wegen veraltetem Namen zwar in der Datenbank belässt, aber für Neuerfassungen sperrt.

      Wenn Fischarten neu klassifiziert werden (z.B. signifer wird zu signatus), wird dies einfach durch Namensanpassung geändert. Alle Bestandsmeldungen der Datenbank sind dann unter dem neuen Namen zu finden. Gibt es aber unterschiedliche Fischarten, die nach neusten Erkenntnissen eine einzige Art sind, kann es zur Zusammenführung/Bereinigung kommen. Ein aktuelles Beispiel wäre die Art M. spec. "Blue Hole", deren Bestandsmeldungen man nach M. affinis "Bonggo" überführen könnte. Solche Bereinigungen waren ebenfalls in Absprache mit Johannes erfolgt, und ich habe dann die Aktion eine zeitlang auf der Willkommens-Page der Bestandsliste publiziert.

      Man kann in der Datenbank eine Fischart "Für die Bestandserfassung freigeben", man kann deklarieren, dass ein "Name veraltet" ist (ja/nein), oder man kann eine "Bemerkung" erfassen (Ausschnitt im Anhang). "Synonyme" sollen weiterhin als solche deklariert werden. Wenn gewünscht, könnte ich ein zusätzliches Feld für "Alte Bezeichnungen" als Ersatz für "Name veraltet" einbauen.

      Mein Vorschlag wäre, dass neue Fischarten mit der "neuen" Namensgebung erfasst werden. Und die alten Namen vorerst beibehalten werden bis eine Klärung oder Info im Regenbogenfisch stattgefunden hat. Anschliessend kann man die Fischarten bereinigen.

      Bezüglich Namensvergabe finde ich GPS-Angaben eigentlich unwichtig. Solche Attribute gehören für mich in einen Artenbeschrieb, ebenso wie Angaben zum Fangdatum, Fundortfoto, Fänger, Wasserwerte und alles andere was noch interessieren kann. Aktuell kann man unter "Bemerkungen" natürlich wo vorhanden auch die GPS-Koordinaten festhalten. Stichwort Artbeschreibung: die vor Jahren gehegten Visionen gingen in die Richtung, dass man zu jeder Fischart ein Artikelarchiv aufbauen könnte (wer kennt die informativen IRG-Ordner "Regenbogenfische und Anderes vom 5. Kontinent"?). Dazu könnten Artbeschreibungen, Fotos, Erfahrungs- und Reiseberichte zählen und unter der entsprechenden Fischart, z.B. als PDF-Datei, abgelegt werden. Jetzt ist es halt so, dass sich der Ausbau der Bestandsliste nach dem Bedarf richtet, zumal der Aufwand um Berichte oder Artbeschreibungen zu integrieren, nicht unbedeutend ist. Ziel müsste es dann sein, ein umfassendes Archiv aufzubauen, wo es nicht nur Berichte zu M. boesemani gibt... Man kann also mit Artikelschreiben loslegen, das spätere Publizieren in der Bestandsdatenbank werde ich übernehmen :)

      Ich meine, dass man die Namensgebung mit der aktuellen Version der Bestandsliste handhaben kann. Falls Anpassungen nötig sind, werden Dirk und ich sicher einen gangbaren Weg finden.

      Viele Grüsse
      Peter
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